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ANNAs Ultraschall: Neue Diagnose bei Prostataleiden

Der Homburger Urologe Tillmann Loch hat in Kooperation mit US-Forschergruppen ein weiteres Vorsorgeinstrument gegen Prostatakrebs entwickelt.

Ultraschall weiterentwickelt

Das Erkennungssystem "Artifizielle neuronale Netzwerkanalyse", kurz ANNA, ist eine Weiterentwicklung des konventionellen Ultraschallverfahrens.

Prostata Nachteil des herkömmlichen Ultraschalls ist es, dass die Grautöne des Bildes kaum spezifische Aussagen zulassen. Das neue Verfahren ermöglicht laut Angaben des Entwicklers, mit Hilfe des Computers die mit bloßem Auge nicht erkennbaren zusätzlichen Informationen aus den Aufnahmen heraus zu filtern und auszuwerten, teilte die Universität des Saarlandes mit. Dafür wurde ANNA regelrecht trainiert.

Die Bildpunkte der Ultraschallaufnahmen wurden mit histopathologischen Auswertungen von später operativ entferntem Prostatagewebe genau verglichen und verrechnet. Die Präparate, Großflächenschnitte der Prostata, wurden dazu eingescannt und mittels Computertechnik exakt über die Ultraschallaufnahme gelegt. "Mit den komplexen Daten, die wir hieraus erhielten, wurde ANNA gefüttert. Das System hat die Informationen erlernt und erkennt nun bei anderen Ultraschallbildern Formationen wieder, kann sie korrekt klassifizieren und projiziert seine Auswertung durch rote Markierungen auf die Aufnahme", erklärte der Urologe.

Studie belegt Nutzen

ANNAs diagnostische Treffsicherheit wurde bereits in einer Studie belegt. Nach Angaben von Loch erhöht ANNA die Treffsicherheit der Ultraschallauswertung signifikant. Das Computersystem kann bereits exakter als bisher gut- und bösartige Veränderungen des Gewebes erkennen. Auch spürt es die Stellen in der Prostata auf, die am verdächtigsten sind, und macht es dadurch möglich, gezielt zu biopsieren.

Derzeit wird ANNAs klinische Anwendbarkeit überprüft. Die Mediziner entwickeln das System weiter und trainieren es mit neuen Daten. "ANNA könnte möglicherweise künftig viele Biopsien überflüssig machen - und das bei besseren diagnostischen Ergebnissen", resümiert Loch.

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