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Alzheimer: Hohe Dunkelziffer
Bei Alzheimer gibt es nach Expertenangaben eine hohe Dunkelziffer. Im Anfangsstadium werde das Leiden Schätzungen zufolge in etwa der Hälfte der Fälle, in der mittleren Phase bei knapp einem Drittel nicht erkannt.
Das sagte Prof. Alexander Kurz von der Technischen Universität München beim 3. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Friedrichshafen am Bodensee.
1 Million Alzheimer-Kranke
Derzeit gehen Experten von einer Million Menschen in Deutschland aus, die an dem unheilbaren, schleichenden Gedächtnis- und Orientierungsverlust leiden.
Neben der Tabuisierung der Krankheit bei Patienten und
Angehörigen nannte Kurz Informationsmangel und fehlendes
Interesse der Hausärzte als Grund für die hohe
Dunkelziffer. Die Behandlung von Alzheimer- Patienten erfordere
außer speziellen Kenntnissen viel Zeit und mitunter den
Einsatz teurer Medikamente. Das sei aber in der Gebührenordnung
nicht hinreichend berücksichtigt. "Die niedergelassenen
Ärzte haben kein großes Interesse", kritisierte
Kurz, der ein Alzheimer-Zentrum an der Münchner Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie leitet.
Die Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft, Heike von Lützau-Hohlbein, forderte deshalb ein anderes ärztliches Abrechnungsschema für Demenzkranke.
Mangelhafte Diagnose
Sie beklagte auch, dass Hausärzte zu wenig auf erste Anzeichen der Alzheimer-Erkrankung achteten. Die Kranken kämen meist wegen anderer Beschwerden in die Praxis. "Wenn ein Patient so nebenbei erwähnt, dass er schon drei Mal den Termin vergessen hat, dann sollte der Arzt aufhorchen." Oft werde auch die Diagnose verschwiegen, weil die Krankheit nicht zu heilen, sondern nur zu lindern sei.
Alzheimer: Gehirnflüssigkeit Auslöser?
Wissenschaftlern der Universität von Stanford ist es gelungen die Alzheimer-Krankheit zu verlangsamen, nachdem sie Patienten teilweise die Hirnflüssigkeit abgesaugt hatten, berichtet BBC-Online. Die Forscher nehmen an, dass die Krankheit durch die zerebrospinale Flüssigkeit (CSF), die sich in Hirnkammern, den Ventrikeln, aufbaut, auf gewisse Regionen des Hirns drückt. Das führe schließlich zum Tod der Hirnzellen und folglich zum Ausfall von Hirnleistung.
Erfolgsversprechende Studienergebnisse
Das Ableiten der CSF wurde bereits in den 60er-Jahren getestet. Das Verfahren wurde wegen nicht allzu guter Ergebnisse und einer Reihe von Nebeneffekten schließlich abgebrochen. Nun haben aber Wissenschaftler von drei verschiedenen Universitäten das Verfahren erneut ausprobiert und sind zu guten Ergebnissen gekommen.
Zuerst wurde die Ableitung an Patienten getestet, die an einem abnormen Aufbau der CSF, einem so genannten Hydrocephalus, litten. Durch die Ableitung der CSF konnten die Demenzerscheinungen, die ähnliche Symptome wie Alzheimer aufwiesen, gestoppt werden. Gerald Silverberg, leitender Forscher des Projekts, meinte, dass die Forscher davon ausgingen, dass es sich bei Hydrocephalus und Alzheimer um zwei verschiedene Erkrankungen handelt - "beide haben aber mit einer Fehlfunktion der CSF zu tun".
Die erste Studie an 12 Patienten verlief nach Ansicht der Forscher gut. Die Patienten, die sich dem Eingriff unterzogen haben, zeigten weniger mentale Verfallserscheinungen als die elf Patienten, die nicht nach der Methode behandelt wurden. Die Ergebnisse wurden im Zeitraum von drei Monaten untersucht.
Die Forscher sehen in der neuen Behandlungsmethode einen Schritt zur Behandlung von Alzheimer, weisen aber daraufhin, dass die Zahl der Patienten zu klein gewesen sei, um weitere Schlüsse daraus zu ziehen.