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Schönheits-OP: In Deutschland kein Tabu mehr
Schönheitsoperationen sind nach Meinung von Experten kein
Tabu-Thema mehr. "Wie in Amerika setzt sich auch in Deutschland
ein offener Umgang mit verschönernden Operationen durch. In den
Medien ist immer mehr darüber zu finden, und die meisten Patienten
selbst sprechen inzwischen offen darüber", sagte der
ästhetische Chirurg Afschin Fatemi am Rande eines Kongresses zu
"Möglichkeiten der ambulanten Ästhetischen
Chirurgie".
Die Patienten der Schönheitsoperationen kämen aus allen Schichten der Bevölkerung, sagte Fatemi weiter: "Die Bereitschaft, Geld für eine Schönheits-OP auszugeben und dafür zu sparen, ist spürbar gewachsen." Jeder fünfte Patient sei ein Mann.
Eine Augenlidkorrektur, die neben dem Fettabsaugen zu den häufigsten Eingriffen zähle, koste etwa 1500 Euro. Deutlich werde der Boom auch an der steigenden Zahl der niedergelassenen Kollegen. In Deutschland arbeiteten etwa 4500 Ärzte auf diesem Gebiet, rund 20 Prozent mehr als noch vor drei Jahren.
Der Trend geht nach Einschätzung des Facharztes für Dermatologie zur "Schönheitsoperation in der Mittagspause". Ambulante Medizin ermögliche auch in der Schönheitschirurgie eine schmerzfreie und komplikationslose Behandlung. So ließen sich mit dem gebündelten Lichtstrahl eines Lasers Augenfältchen, Tränensäcke oder Schlupflider in 45 Minuten entfernen, ohne dass Narben oder Schwellungen zurückblieben.
Manko: Keine spezielle Ausbildung
Allerdings gebe es keine spezielle Ausbildung oder anerkannte Weiterbildung für ästhetische Chirurgie, sagte Fatemi. Daher sei es für die Patienten nicht einfach, sich vorher zuverlässig über die Fähigkeiten eines Schönheitschirurgen zu informieren. Ein plastischer Chirurg sei nicht unbedingt erfahren im Fettabsaugen, wenn er sich zuvor nur um Verbrennungen von Unfallopfern gekümmert habe. "Wichtiger als eine bestimmte Ausbildung sind daher möglichst viel Erfahrung und das ständige Lernen von erfahreneren Schönheitschirurgen."