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Neurodermitis: Programm zur Krankheitsbewältigung
Neurodermitis-Patienten, die sich einer ambulanten Schulung
unterziehen, haben eine deutlich bessere Lebensqualität als
ungeschulte Patienten. Mit einem standardisierten Programm lernen
die meist jungen Patienten, ihre Krankheit besser zu
bewältigen.
Das Programm umfasst sechs Doppelstunden, so Professor Johannes Ring von der Technischen Universität München auf einem Dermatologenkongress in Berlin. Hierbei erfahren die Patienten und ihre Angehörigen medizinische Grundlagen der Neurodermitis und erhalten psychosoziale Unterstützung zur Krankheitsbewältigung. Außerdem lernen sie Methoden, das eigene Verhalten zu trainieren (Kratzkontrolle) und Stress zu bewältigen. Weiterhin werden Grundzüge gesunder Ernährung erläutert.
Ab 2004 kassenfinanzierte Regelleistung
An einem seit Juni 2000 laufenden, vom Bundesgesundheitsministerium und den Krankenkassen finanzierten Modellprojekt haben bundesweit 1300 Kinder und deren Eltern erfolgreich teilgenommen. Professor Ulrich Wahn von der Berliner Charité geht davon aus, dass das Schulungsprogramm ab 2004 flächendeckend als kassenfinanzierte Regelleistung angeboten wird.
Die Schulung wird von Dermatologen in Verbindung mit Psychologen, Ernährungsexperten oder (Kinder-)Krankenschwestern durchgeführt. Sie benötigen dafür eine Zusatzqualifikation von 42 Stunden, die an einem der acht beteiligten Zentren in München, Osnabrück, Köln, Gießen, Berlin, Erlangen, Hannover und Hamburg erworben werden kann.