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Wellness: Grüner Tee schützt die Zellen

Grüner Tee Über die günstigen kardiovaskulären Auswirkungen von einem Glas Rotwein am Abend diskutieren Mediziner schon lange. In letzter Zeit widmen sich Forscher nun verstärkt dem grünen Tee. Regelmäßig genossen scheint er wahre Wunder vollbringen zu können - wenn man den Teilnehmern eines Symposiums glauben darf, das bei der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Chemie in New York stattfand.

Besonders einen gewissen Schutz vor Prostatakrebs scheint das Getränk zu bieten, das für den daran nicht gewöhnten Gaumen stets ein bißchen nach Gras schmeckt. Aber auch günstige Einflüsse auf das Herz-Kreislaufsystem und auf den Fettstoffwechsel werden dem grünen Tee nachgesagt.

Grüner Tee besonders schonend hergestellt

Grüner Tee wird vor allem in China und Japan geschätzt. Er wird aus denselben Teepflanzen hergestellt wie schwarzer Tee. Im Gegensatz zu diesem aber werden die Teeblätter nach kurzem Erhitzen an der Luft getrocknet. Der für den schwarzen Tee typische Gärungsprozess, bei dem viele medizinisch wirksame Bestandteile abgebaut werden, fällt weg.

Für die medizinischen Wirkungen des grünen Tees scheinen vor allem Polyphenole bedeutsam zu sein. Alle in New York präsentierten Arbeiten bezogen sich auf diese aromatischen Alkoholabkömmlinge. Das Besondere am grünen Tee ist dessen sehr hoher Gehalt an einer bestimmten Sorte von Polyphenolen, den Katechinen. Diese gehen bei der Schwarztee-Fermentierung verloren.

Katechine gegen Prostatakrebs

Hasan Mukhtar von der US-amerikanischen Universität von Wisconsin berichtete von einer gerade beendeten Studie mit TRAMP-Mäusen. Unbehandelt sterben diese Mäuse innerhalb von durchschnittlich 42 Wochen an einem metastasierenden Adenokarzinom der Prostata. Einem Teil dieser Mäuse gaben die Forscher nun täglich einen Polyphenolextrakt aus grünem Tee zu trinken. "Wir haben dabei eine für Menschen erreichbare Dosierung gewählt, entsprechend etwa sechs Tassen grüner Tee pro Tag", so Mukhtar.

Das Ergebnis überzeugte: Statt 42 Wochen lebten die Mäuse nun durchschnittlich 68 Wochen, und einige von ihnen entwickelten sogar überhaupt kein Prostatakarzinom. "Wenn Sie jetzt noch bedenken, dass das Prostatakarzinom vor allem bei Männern im höheren Alter auftritt, dann sehen Sie, welch einen Segen eine Verzögerung der Erkrankung bedeuten würde", so Mukhtar. Er will die Wirksamkeit von Polyphenolextrakten nun bei Menschen erproben.

Einen Mechanismus für den schützenden Effekt der Teepolyphenole meint Zigang Dong von der Universität von Minnesota gefunden zu haben. Seine Ergebnisse zeigen, dass einige Katechine zelluläre Signalketten blockieren, die für die Zellvermehrung wichtig sind. So würde dem unkontrollierten Gewebewachstum beim Krebs entgegen gewirkt.

Tee-Polyphenol-Creme gegen Hautkrebs

Von sechs Tassen Tee am Tag will Dong aber nichts wissen. Er hat andere Pläne: "Wir entwickeln gerade eine Creme auf der Basis von Teepolyphenolen, die Hautkrebs verhindern könnte, indem sie in Zellen die Signalwege blockiert". Zur Prophylaxe schwebt ihm eine Zweikomponentenstrategie vor, bei der herkömmliche Sonnencreme das UV-Licht abhält und Tee-Polyphenol-Creme gewissermaßen als zweite Verteidigungslinie in der Tiefe wirkt.

Doch nicht nur die Krebsforschung ist an grünem Tee interessiert. Auch Herz-Kreislauf-Mediziner haben ein Auge auf das Getränk geworfen. Untersuchungen von Joseph Vita von der Universität Boston zufolge scheint regelmäßig genossener grüner Tee einen günstigen Einfluss auf die Funktion des Blutgefäß-Endothels zu haben, eine Beobachtung, die auch schon für den ebenfalls polyphenolreichen Rotwein gemacht wurde. Zudem konnte bei Ratten gezeigt werden, daß sich die Aufnahme von Teekatechinen günstig auf den Cholesteringehalt des Blutes auswirkt und die Cholesterinausscheidung im Stuhl erhöht.

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