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Lebensmittel: Gentechnik ist bereits Alltag
Die Verwendung von genetisch veränderten Organismen (GVO) in
Lebensmitteln unterliegt nicht nur in Deutschland strengen Vorschriften.
Die Kennzeichnung solch gentechnisch veränderter Lebensmittel soll
ab 2004 europaweit sogar noch verschärft werden. Allerdings
sind schon jetzt in einigen Lebensmittteln Spuren von GVO enthalten,
ohne dass darauf hingewiesen wird.
Alltägliche Lebensmittel
In vielen Lebensmitteln, die wir fast täglich zu uns nehmen, stecken gentechnisch veränderte Enzyme. Dazu gehören Brot und Backwaren, jegliche Form von Backmischungen, Zucker und pflanzliche Fette/Öle in Süßwaren. Lebensmittel, die aus Tieren oder Tierprodukten hergestellt werden wie Fleisch, Milch (-produkte) und Eier enthalten oft Spuren von GVO, da die Tiere gentechnisch verändertes Futter erhalten. Auch hier werden keine Angaben für den Verbraucher gemacht. Bei der Käseherstellung wird das Enzym Chymosin, das aus GVO hergestellt wird, eingesetzt. Auch darüber wird der Konsument nicht informiert.
Tücken der Kennzeichnung
Zum Teil besteht die europäische Verordnung zur Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Lebensmitteln seit 1997. In Deutschland muss jedes Produkt, das mit gentechnisch veränderten Zusätzen angereichert ist, als solches gekennzeichnet werden. In anderen Ländern gilt diese Verordnung jedoch nicht.
Diese Lücken können Folgen haben:
So kann es zum Beispiel vorkommen, dass in Deutschland
Bier verkauft wird, bei dessen Herstellung gentechnisch
veränderte Enzyme verwendet wurden. Die Herstellung ist
hier zu Lande verboten, der Import aber nicht. Und eine
Kennzeichnung solcher Importlebensmittel ist nicht
vorbeschrieben.So erfährt der Verbraucher nicht,
ob er gentechnisch veränderte Produkte verzehrt.
Während in Deutschland weder Obst noch Gemüse unnatürlich verändert werden dürfen, werden in den USA bereits GVO-Melonen und GVO-Papayas gezüchtet und zum Verkauf zugelassen. Der Import in die europäische Union ist allerdings verboten.
Allergie-Risiko
Je mehr Lebensmittel auf irgendeine Art und Weise verändert werden, desto höher ist auch das Risiko an einer "neuen" Allergie zu erkranken:
Sind die Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurden, mit den Inhaltsstoffen natürlicher Nahrungsmittel identisch, ist die Gefahr einer Allergie sehr gering. So unterscheiden sich zum Beispiel verschiedene Soja- und Rapsöle aus genveränderten Pflanzen biochemisch nicht nachweisbar von natürlichen Ölen.
Schwieriger wird es bei mit fremden Genen manipulierten Pflanzen. So wurde zum Beispiel ein Gen aus einer Paranuss zur Veredelung einer Sojabohne verwendet. In einzelnen Fällen konnte es dadurch beim Verzehr dieser Sojabohne zu Symptomen einer Allergie gegen Paranüssen kommen. Das allergene Potential bisher gänzlich unbekannter Eiweiße ist in der Forschung äußerst strittig.