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Birke

Birkenpollen

Pflanze:
Betula pendula ROTH (Weißbirke) und
Betula pubescens EHRHART (Moorbirke).

Familie:
Birkengewächse (Betulaceae).

Botanische Beschreibung

Sowohl Weiß- als auch Moorbirke werden bis zu 30 Meter hoch. Ihre weißgemusterte Rinde wird mit zunehmendem Alter rissig und schält sich pergamentartig ab.

Die dreieckigen, gezähnten grünen Blätter der Weißbirke sind auf der Oberseite dunkler als auf der Unterseite und, wie die Zweige, in der Jugend klebrig. Die Blätter der Moorbirke sind eher eiförmig mit ebenfalls grober Zähnung am Rand, ihre Zweige dagegen sind in der Jugend ohne Drüsen, beflaumt und werden später kahl.

Birkenblätter riechen schwach aromatisch und haben einen leicht bitteren Geschmack.

Geschichte

Birke weit Der Name "Birke" hat sich vermutlich aus dem indogermanischen Wort für "glänzend" entwickelt, da die weiße Rinde charakteristisch für die Birke ist.

Seit dem 9. Jahrhundert wird die Birke beschrieben, sie ist aber wahrscheinlich schon länger als Heilmittel bekannt. Im slawischen und germanische Volksglauben hatte die Birke immer eine Sonderstellung: Die Pfingst-Fronleichnamsbirken sowie die Maibäume erinnern daran.

Weises Allheilmittel
Im Mittelalter galt die Birke als Baum der Weisheit. Schon im zwölften Jahrhundert beschrieb Hildegart von Bingen die Blüten der Birke als gutes Mittel gegen hartnäckige Geschwüre und schwer heilende Wunden. Im 16. Jahrhundert war der italienische Arzt Matthiole einer der ersten, der die Wirksamkeit der Birke bei Nierensteinen und Koliken sowie als harntreibendes Heilmittel auch gegen Gicht schriftlich festhielt.

Birkentee oder Birkensud wurde und wird zur Vermehrung der Harnabgabe bei Blasenentzündungen oder Wassereinlagerungen getrunken. Man weiß heute, dass Tees tatsächlich den Harnsäurespiegel des Blutes verringern können.

Herkunft

Birke nah Die Birke wächst in den gemäßigten Klimazonen Europas und Asiens (vom nördlichen Mittelmeerraum bis Sibirien). Birken gedeihen gut auf sandigen, moorigen und feuchten Böden.

Größere Mengen Birkenblätter stammen in der Regel nicht aus Kulturen, sondern aus dem Freiland: Sie werden im Frühjahr überwiegend in Osteuropa gesammelt und bei Raumtemperatur im Schatten getrocknet.

Wirkstoffe

Für die entwässernde Wirkung verantwortlich sind
die Flavonoide (Gehalt auf die wasserfreie Droge bezogen: bis 3 Prozent). Außerdem enthalten: Vitamin C (Ascorbinsäure).

Anwendung

Schwamm und Wasser Birkenblätter bewirken eine vermehrte Ausscheidung von Wasser aus dem Körper (Aquarese). Sie werden deshalb zur Durchspülungstherapie der Nieren bei Entzündungen der ableitenden Harnwege verwendet. Sie eignen sich außerdem zur Entwässerung bei übermäßiger Wassereinlagerung im Körper. Der Mineralstoff-Haushalt wird dabei nicht beeinträchtigt. Wichtig bei der Therapie: eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Auch bei rheumatischen Erkrankungen wie Gicht eignen sich Birkenblätter wegen ihrer harnsäuresenkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften.

Zubereitungen

Birkenblätter sind in Entwässerungs-Kapseln, aber auch als Saft gegen Harnwegsinfektionen und Wassereinlagerungen erhältlich. Sie sind außerdem oft Bestandteil von Teemischungen für so genannte "Frühjahrskuren" zur Entwässerung.

Tipp:
Sehr junge Blätter im Frühjahr eigen sich hervorragend als Beigabe zu Frühlingssalaten und Kräuterkäsezubereitungen.

Zubereitungsarten Birkenblätter-Tee selbst gemacht:
1 Esslöffel (ca. 2 g) Birkenblätter mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen. 3-4 mal täglich 1 Tasse frisch bereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (mindestens 2 l/Tag, dabei auf Koffein und Alkohol verzichten).

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