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Nachtkerze
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Pflanze: Oenothera biennis L. Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae = Oenotheraceae) Andere Namen: |
Botanische beschreibung:
Die zweijährige, sehr stattliche Pflanze besitzt große, wohlriechende Blüten, die sich erst gegen Abend öffnen und durch Nachtfalter bestäubt werden. Bereits der erste Sonnenschein lässt ihre Blüten verwelken. Es gibt Arten mit gelben, roten und weißen Blüten. Aus den reifen Samen wird das Nachtkerzenöl gewonnen - wirksam besonders bei Neurodermitis.
Die Nachtkerze wächst auf trockenen, steinigen und sandigen Böden, in Steinbrüchen und auf Dämmen. Sie ist weit verbreitet, anspruchslos und findet sich noch in Höhen von über 1000 Metern.
Herkunft
Die Gemeine Nachtkerze ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. 1640 kam sie nach Europa, später auch nach Vorder- und Westasien, und wurde zunächst als Zierpflanze gehalten.
Alte Indianer-Medizin
Schon die peruanischen und chilenischen Indianer nutzten die Nachtkerze
als wundheilendes Mittel bei Verletzungen und Prellungen sowie bei
Magenverstimmungen und Nierenreizungen. Die Nachtkerze wird deshalb
in Südamerika auch chupa-sangre ("Bluttrinker")
genannt.
Die Cherokees trinken noch heute den Nachtkerzentee gegen Fettleibigkeit, und bei den Irokesen gilt die Pflanze sogar als Anregungsmittel bei chronischer Faulheit. Die genannten Indikationen scheinen wissenschaftlich allerdings fragwürdig.
Hierzulande startete die Nachtkerze ihre Karriere als Heilpflanze erst in den siebziger Jahren. Britische Forscher verfütterten Nachtkerzen-Samenöl an Ratten, die an Haarverlust und Hautproblemen litten. Den Nagern ging es daraufhin deutlich besser.
Anwendung
Die Nachtkerze ist für ihre große Heilkraft bekannt, nachdem 1919 entdeckt wurde, dass ihr Samenöl einen hohen Anteil an Gamma-Linolensäure enthält (bis zu 14 Prozent).
Gamma-Linolensäure ist eine mehrfach ungesättigte, essentielle (lebensnotwendige) Fettsäure. Sie unterstützt zum einen den Aufbau einer Hautbarriere, verhindert so das Austrocknen der Haut und stärkt deren Abwehrkraft. Zum anderen normalisiert Gamma-Linolensäure den Prostaglandin-Haushalt.
Hilfe bei Neurodermitis
Prostaglandine sind Gewebshormone. Sie fördern die Reifung
der T-Lymphozyten in der
Thymusdrüse
und hemmen außerdem die Bildung von Immunglobulin E (IgE), das
für allergische Reaktionen verantwortlich ist.
Die Symptome einer Neurodermitis, wie Juckreiz, Ekzeme oder Rötung, können z.B. durch die Einnahme von Kapseln mit Nachtkerzen-Samenöl gebessert werden. Denn: Bei Neurodermitikern findet man in der Regel einen zu hohen IgE-Spiegel und weniger T-Lymphozyten als bei Gesunden.
Nachtkerze für schöne und gesunde Haut
Prostaglandine regulieren außerdem die Talgabsonderung der Haut:
wichtig für geschmeidige Haut! Und: Sie sind für viele
Organfunktionen wichtig, wirken gefäßerweiternd, regulieren
die weiblichen Sexualhormone
und stimulieren den
Muskelaufbau.
Ein Mangel an Prostaglandinen, z.B. durch zu fettes Essen oder zu viel Alkohol, führt zu trockener Haut, brüchigen Fingernägeln, Haarspliss, Schuppen sowie körperlichem und geistigem Leistungsdefizit.
Zubereitungen
Nachtkerzen-Samenöl ist in Form von
Kapseln zum Einnehmen
in der Apotheke erhältlich, wird aber auch als Hautöl,
Reinigungsmilch und in Cremes zur Schönheitspflege angeboten.
Die fleischige, rötliche Wurzel der Nachtkerze aß man früher als Gemüse: Sie wurde mit Essig und Öl angemacht oder in Fleischbrühe gekocht. Und noch heute werden Präparate aus dem Nachtkerzen-Samenöl als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.