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Milchzuckerunverträglichkeit (Laktose-Intoleranz)
Die Milch macht’s
Milch ist ein wertvoller Protein- und Calciumlieferant und deshalb sehr gesund. Aber jeder siebte Deutsche verträgt Milch und Milchprodukte schlecht oder gar nicht: Milchzuckerunverträglichkeit, medizinisch Laktose-Intoleranz, gehört zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Den Betroffenen machen Unwohlsein, Übelkeit, Blähungen, heftige Bauchkrämpfe und Durchfall zu schaffen.
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Milchzuckerunverträglichkeit: Die Fakten
Um das in Milch und Milchprodukten enthaltene Kohlenhydrat Laktose verdauen zu können, muss der "Zweifachzucker" in seine beiden Bausteine Glukose (Traubenzucker) und Galaktose aufgespalten werden. Nur in dieser Form kann der Körper Laktose auch beschwerdefrei aufnehmen. Die Spaltung erfolgt durch das Enzym Laktase im Bürstensaum der Dünndarmzotten. Fehlt Laktase, vergären Darmbakterien den ungespaltenen Milchzucker: Dabei entstehen Säuren und die Gase Kohlendioxid und Wasserstoff, die Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall verursachen.
Schon ab dem 2. Lebensjahr reduziert der Körper die Bildung von Laktase. Der Grund: Anders als der Säugling ist der erwachsene Mensch nicht auf das Kohlenhydrat der Milch angewiesen, sondern kann aus einer Vielzahl von Kohlenhydraten wählen. Fehlt allerdings die Milch im Ernährungsplan, kann der daraus resultierende Calciummangel zu Wachstumsstörungen bei Kindern führen und bei Erwachsenen die Entwicklung einer Osteoporose (Knochenschwund) begünstigen.
Primäre und sekundäre Form der Laktose-Intoleranz
Fehlt jegliche Laktase-Aktivität schon zum Zeitpunkt der Geburt, spricht man von kongenitaler ("bei der Geburt vorhandener") primärer Laktose-Intoleranz. Sie ist allerdings sehr selten. Viel häufiger ist die primäre adulte Laktose-Intoleranz, die erst im Erwachsenen-Alter Beschwerden verursacht. Die sekundäre Laktose-Intoleranz ist die Folge einer Schädigung der Darmschleimhaut durch eine Erkrankung, zum Beispiel eine Infektion, Zöliakie oder Morbus Crohn. Die betroffenen Zellen können keine Laktase mehr produzieren.
Laktosebelastungs- und Atemtest messen die Laktose-Intoleranz
Auf eine Laktose-Intoleranz deuten Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall besonders nach dem Genuss von Milch hin. Gewissheit bringt ein "Laktosebelastungstest": Dabei verabreicht der Arzt dem Patienten in Wasser gelöste Laktose. Anschließend wird über einen Zeitraum von zwei Stunden regelmäßig der Blutzuckergehalt gemessen. Er gibt Aufschluss, ob eine Laktose-Intoleranz vorliegt.
Bei dem technisch aufwändigeren, aber genaueren "Atemtest" nimmt der Patient wiederum zunächst eine Milchzuckerlösung zu sich. Anschließend wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen: Anhand der Wasserstoffkonzentration lässt sich der Grad der Laktose-Intoleranz bestimmen.
Fehlende Laktase einfach ersetzen
Bislang mussten die Betroffenen eine belastende, strenge Diät
halten. Jetzt wurde erstmalig ein Arzneimittel
zur symptomatischen Behandlung bei Laktose-Intoleranz zugelassen und ist ind der Apotheke frei verkäuflich zu erhalten. Das Arzneimittel mit Tilactase führt dem Körper das fehlende Enzym zur Milchzuckerspaltung während der Mahlzeit zu. Die typischen
Magen-Darm-Beschwerden einer Milchzucker-
unverträglichkeit bleiben
damit aus. Der Körper wird außerdem wieder ausreichend mit
den hochwertigen Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen aus
der Milch, vor allem Calcium, versorgt.
Laktose-Intoleranz ist nicht gleich Milchallergie
Häufig verwechselt wird die Laktose-Intoleranz mit der Milchallergie. Im Gegensatz zur Laktose-Intoleranz, bei der dem Körper das Enzym Laktase fehlt, liegt bei der Milchallergie eine Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil der Milch vor, zum Beispiel Milcheiweiß.
Laktose auch in Fertigsuppen & Co.
Was viele nicht wissen: Laktose ist nicht nur in Milch und Milchprodukten enthalten, sondern in fast allen Nahrungsmitteln, zum Beispiel in Brot und Backwaren, Süßwaren, Fleisch, Wurst, Margarine, Kartoffelchips, Mayonnaise, Fertig- und Tiefkühlgerichten, Konserven - und vielen Medikamenten als Trägersubstanz.
Laktoseanteil wichtiger Grundnahrungsmittel pro 100 Gramm:
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Bereits die Aufnahme von nur einem Gramm Laktose kann Beschwerden auslösen.
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