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Fibromyalgie
Die Fibromyalgie ist ein komplexes Schmerzsyndrom, das an verschiedenen Stellen des Körpers auftritt. Die Schmerzen entstehen in der Muskulatur, im Bindegewebe und in den Knochen. Für die Diagnosestellung wird die Schmerzempfindlichkeit an bestimmten definierten Punkten (Tender Points) ermittelt. Zusätzlich zu den Schmerzen kann es zu depressiven Verstimmungen kommen. Die Ursache der Fibromyalgie ist noch nicht bekannt.
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Fibromyalgie: Das ist ihr Gesicht
Die Leitsymptome sind Schmerzen in mindestens drei Körperregionen: in Armen, Beinen, der Wirbelsäule oder im Brustkorb. Schmerzen lassen sich zusätzlich durch Druck auf bestimmte Körperstellen auslösen. Fibromyalgie wird diagnostiziert, wenn 11 der 18 Druckpunkte schmerzhaft sind. Die Schmerzen dauern mindestens drei Monate an.
Die 18 Tender Points sind (jeweils beidseits):
- Hinterkopf
- Halswirbelsäule
- Schultermuskulatur (oberer Trapezius)
- Schultermuskulatur (Supraspinatus)
- Zweite Rippe
- Oberarm
- Beckenknochen
- Hüfte
- Knie
Neben den Schmerzen treten oft auf: Konzentrationsschwäche, Abgeschlagenheit, Schweißausbrüche, kalte Finger und Zehen, Schlafstörungen, Übelkeit, Verdauungsstörungen, trockener Mund, Kopfschmerzen, Störungen beim Wasserlassen, Menstruationsstörungen, Zittern.
Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse
Die durchschnittliche Häufigkeit des Fibromyalgiesyndroms wird für die Industrieländer mit 2 bis 3 Prozent angegeben. Es sind vorwiegend Frauen (in einem Verhältnis von 1 zu 7) betroffen. Die Ursachen dieser Erkrankung sind bis heute noch nicht völlig geklärt. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass es sich beim Fibromyalgiesyndrom um eine generalisierte Störung des schmerzverarbeitenden Systems handelt.
Die Patienten haben in der Regel eine reduzierte Schmerzschwelle. Es finden sich außerdem auffällige Befunde im Zentralnervensystem, die auf eine gestörte zentrale Schmerzverarbeitung hindeuten. Die Patienten leiden unter einer generell erhöhten Schmerzempfindlichkeit. Darüber hinaus liegen bei den betroffenen Patienten auch weitreichende Veränderungen des Hormonstatus im Sinne gestörter Regelkreise vor, wie zum Beispiel der Hypothalamus - Hypophysen - Nebennierenrindenachse und andere Bereiche. Diese und andere pathophysiologisch auffälligen Befunde erklären zum Teil auch die Symptomenvielfalt dieses Krankheitsbildes.
So lässt sie sich behandeln
Die Therapie des Fibromyalgiesyndroms sollte nach bisherigem Erkenntnisstand in der Regel aus einer Kombination medikamentöser und verschiedener nichtmedikamentöser Maßnahmen bestehen. Neben der medikamentösen Basistherapie kommt anderen Verfahren wie Entspannungstechniken, wohldosierter Bewegungstherapie, physikalischen Maßnahmen (Wärme- oder Kälteanwendungen) und auch psychotherapeutischen Verfahren eine große Bedeutung zu. Eine individuelle Therapieplanung ist für die meist notwendige Langzeittherapie wichtig.
- Krankengymnasik
- Wärmebehandlung
- Ganzkörperkältetherapie
- Bindegewebsmassage
- Psychotherapie bei Konflikt- oder Stress-Situationen, ggf. mit Antidepressiva
- Akupunktur
- Neuraltherapie
- Transkutane elektrische Nervenstimmulation (TENS): Reizung der Nervenstrukturen durch das Anlegen von Stromimpulsen auf der Haut. Durch diese Maßnahme wird des körpereigene Schmerzhemmsystem aktiviert.
Medikamente, darunter Calciumkanal-Blocker und Natriumkanal-Blocker, können den Behandlungserfolg unterstützen: Calciumkanal-Blocker verringern den Einstrom von Calciumionen durch den so genannten langsamen Calciumkanal und senken so unter anderem den Blutdruck und die Herzarbeit. In der Folge lassen die Schmerzen nach. Natriumkanal-Blocker wirken nach dem selben Muster, gleichzeitig wird verspannte Muskulatur normalisiert.
Was Sie selbst tun können
Stellen Sie Ihre Lebensgewohnheiten um:
- Gönnen Sie sich mehr Gelassenheit.
- Entspannen Sie mit Yoga, Meditation oder Musik.
- Vermeiden Sie Stress.
- Bewegen Sie sich viel oder treiben Sie Sport.
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Kohlehydraten.