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Kopfschmerzen
Schon die Neandertaler hatten sie, aber auch die alten Ägypter und die Römer: Kopfschmerzen. Sie auch? Ungefähr zehn bis 15 Prozent der Weltbevölkerung leiden darunter. Kopfschmerzen gelten inzwischen als stressbedingte Zivilisationskrankheit. Gute Nachrichten für Ihren Kopf: In den letzten Jahrzehnten hat die Schmerzforschung große Fortschritte erzielt - mit entsprechend guten Therapiemöglichkeiten.
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Kopfschmerzen: So entstehen sie
Kopfschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben. Das Problem: Ursache und Symptom liegen zeitlich oft weit auseinander, was eine Zuordnung - und Therapie - der Schmerzen erschwert.
Bei Kopfschmerzen oft zu beobachten ist ein schleichender Beginn, mitunter bereits in der Kindheit. Mit zunehmendem Alter erreichen die Kopfschmerzen dann eine Intensität, die der Betroffene nicht mehr alleine bewältigen kann. Eine Schlüsselrolle spielen dabei häufig die Lebensumstände des Patienten:
- Wach- und Schlafrhythmus
- Ernährung, insbesondere der Konsum von Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin
- Giftstoffe im Haus, zum Beispiel Lösungsmittel, aber auch an der "frischen" Luft
- Familiäre Belastungen, Ärger oder Stress am Arbeitsplatz
- Wetterumschwung, zu intensive Sonneneinwirkung
Plötzliche Kopfschmerzen bei bisheriger Beschwerdefreiheit haben dagegen meist medizinische Ursachen, zum Beispiel:
- eine Gehirnerschütterung oder -blutung nach einem Sturz
- eine Allergie
- eine Infektion
- die Einnahme neuer Medikamente
Zwei Kopfschmerz-Gesichter: Migräne und Spannungskopfschmerz
Es gibt unterschiedlichste Formen von Kopfschmerzen: Die bekannteste ist die Migräne. Ihr Leitsymptom ist der Halbseitenkopfschmerz, dem Reaktionen wie Übelkeit und Erbrechen, Seh- und Riechstörungen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit vorausgehen. Typisch ist ein meist stundenlanger, pulsierender, bohrender Schmerz mit einem plateauartigen Gipfel. Manchmal greift die Migräne auch auf die andere Kopfseite über.
Spannungskopfschmerzen sind neben der Migräne die häufigste Kopfschmerzform. Sie können sowohl psychische (Stress, Angst, Überforderung) als auch körperliche Ursachen (zum Beispiel Muskelverspannung im Nacken) haben, aber auch durch das Wetter (zum Beispiel Föhn) bedingt sein. Charakteristisch sind beidseitige Kopfschmerzen. Die Patienten sind benommen, unkonzentriert und leistungsunfähig. Symptome wie Übelkeit fehlen dagegen. Der Schmerz wird oft durch Belastung ausgelöst und geht im Tagesverlauf zurück.
So lassen sie sich behandeln
Bei Migräne sollte ein Schmerzmittel mit einem Antiemetikum (Mittel, das Erbrechen verhindert) kombiniert werden. Wichtig dabei: Zuerst das Antiemetikum einnehmen, dann, nach ca. 10 Minuten, das Schmerzmittel. Der Hintergrund: Bei einem Migräneanfall transportiert der Magen seinen Inhalt nicht weiter, so dass Schmerzmittel nicht in die Blutbahn aufgenommen und wirksam werden können. Ein Antiemetikum beugt dem vor.
Und das können Sie selbst tun: Kopfschmerz-Tagebuch
Mit einem Kopfschmerz-Tagebuch setzen Sie sich aktiv mit Ihren Kopfschmerzen auseinander: Notieren Sie, wann Ihre Schmerzen auftreten und wie lange sie anhalten. Schreiben Sie parallel dazu auf, mit welchen Situationen und körperlichen Empfindlichkeiten Sie im Tagesverlauf konfrontiert waren."Situationen" wären zum Beispiel Ärger, Überforderung, Hektik, Menstruation, Wetter, Sonnenbad, Medikamenteneinnahme oder Alkoholkonsum.
Auf folgende körperliche "Empfindlichkeiten" sollten Sie achten: Lärmempfindlichkeit, Geruchsempfindlichkeit, Heißhunger, innere Unruhe, Gereiztheit, Niedergeschlagenheit, Euphorie, Hetze, Druck, Schlafbedürftigkeit, Lustlosigkeit, Kreativität, Grübeln.
Ziel ist es zu bestimmen, welche Situationen oder Körperempfindungen vermehrt vor einem Kopfschmerzanfall auftreten. Versuchen Sie, diese zu meiden bzw. zu kontrollieren.