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Stoffe fürs Leben
Vitamine kann man weder schmecken noch sehen. Um so wichtiger sind sie für unseren Körper, denn sie regen den Stoffwechsel an - die Voraussetzung für Gesundheit und Aktivität.
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Vitamine und Provitamine
Der menschliche Körper kann Vitamine nicht selbst produzieren. Sie müssen deshalb mit der Nahrung oder ergänzend zur Nahrung aufgenommen werden. Besonders reich an Vitaminen sind frisches Obst und Gemüse. Es gibt fett- und wasserlösliche Vitamine.
Vitamine kommen in Lebensmitteln häufig als so genannte "Provitamine" vor. Provitamine sind Vorstufen der Vitamine, die erst der Organismus in Vitamine umwandelt.
Vitamine sind sensibel: Tipps für die Küche
1. Verzichten Sie auf das Schälen von Obst und Gemüse. Der Grund: In der Schale und direkt darunter ist der Vitamingehalt am höchsten.
2. Dünsten Sie Gemüse nur kurz. So behält es den größten Teil seiner Vitamine und außerdem seinen typischen Geschmack. Kochen senkt den Vitamin-Gehalt um 50 Prozent. Beim Warmhalten geht ein Drittel verloren. Auch Tiefkühlen schadet den Vitaminen.
3. Eine "heiße Zitrone" ist wirkungslos bei Erkältungen, weil Vitamin C bereits bei 40 Grad "stirbt".
4. Lagern Sie Obst und Gemüse bei Zimmertemperatur an einem dunklen Ort. Denn Vitamine sind empfindlich gegen extreme Temperaturen und Licht. Bereits hell erleuchtete Supermarktauslagen vernichten einen Teil der Vitamine.
5. Bewahren Sie Gemüse, vor allem grünes, nicht länger als zwei Tage auf. Achten Sie schon beim Kauf auf frische Ware.
6. Schützen Sie Obst und Gemüse nach Möglichkeit in luftdichten Gefäßen vor dem für Vitamine schädlichen Sauerstoff.
Fettlösliche Vitamine
Die Vitamine A, D, E und K sind fettlöslich. Der Körper kann sie unter anderem in Leber und Fettgewebe speichern. Zusammen mit fetthaltigen Lebensmitteln werden sie erheblich besser vom Körper aufgenommen, zum Beispiel Vitamin A in Karotten mit einem Glas Milch.
Vitamin A
Wichtig für die Augen. Ermöglicht das Farbensehen und das
Unterscheiden von Hell und Dunkel. Vitamin A kommt vor allem in
Karotten, Milch, Eiern und Leber vor.
Vitamin D oder Calciferol
Beugt brüchigen Knochen vor. Vitamin D ist in Seefisch, zum
Beispiel Makrele, und Lebertran enthalten. Der Körper kann
Vitamin D bei Sonneneinwirkung selbst produzieren. Es ist deshalb,
streng genommen, kein Vitamin.
Vitamin E und Betacarotin
(Provitamin A)
Sie schützen den Körper vor freien Radikalen und Umweltgiften.
Betakarotin ist der Grundstoff für Vitamin A. Viel Vitamin E
enthalten Vollkornprodukte, kalt gepresste Pflanzenöle, Nüsse
und Seefisch.
Vitamin K
Unterstützt die lebenswichtige Blutgerinnung. Rosenkohl, Kohlrabi
und Blumenkohl sind die wichtigsten Vitamin-K-Lieferanten.
Wasserlösliche Vitamine
Alle anderen Vitamine, darunter Vitamin C und Biotin, sind wasserlöslich. Nicht benötigte Mengen scheidet der Körper nach kurzer Zeit über die Nieren wieder aus. Wasserlösliche Vitamine flüchten gern ins Putz- oder Kochwasser. Frisches Obst und Gemüse deshalb nur kurz waschen und garen.
Vitamin C
Das wichtigste Vitamin: Stärkt das
Immunsystem
und schützt die Zellen. Top-Lieferanten sind Erdbeeren, Kiwis,
Orangen und Zitronen.
Vitamine B1 und B6
Zur Stärkung von Nerven und
Muskeln.
B1 fördert vor allem Stoffwechselprozesse. B6 beeinflusst unsere
Stimmungen, kann Depressionen entgegenwirken. Viel B1 und B6 enthalten
Bierhefe, mageres Schweinefleisch und getrocknete Sojabohnen.
Vitamin B2 und Vitamin H (Biotin)
Die wichtigsten Vitamine für
Haut,
Haare und
Nägel. Schweineleber und
Bierhefe liefern viel B2; Vollkornbrot, Champignons und Ei viel
Vitamin H.
Vitamin B12 und Folsäure
Unterstützen Zellteilung und Bluterneuerung - wichtig für
die Regeneration. B12 ist außerdem für den Sauerstofftransport
im Blut essenziell. Schweineleber, Makrele und Camembert enthalten
viel B12.
Übrigens: Folsäuremangel ist der häufigste Vitaminmangel in Europa, oft kombiniert mit Eisenmangel. Vor allem Schwangere sollten auf eine ausreichende Versorgung achten. Viel Vollkornbrot oder Spinat essen! Mehr zu den B-Vitaminen.
Pantothensäure
Fördert das Wachstum der Haare. Wichtige Lieferanten sind
Champignons, Broccoli und Vollkornbrot.
Niacin
Das einzige Vitamin in Kaffee. Unterstützt den Stoffwechsel von
Gehirn und
Nerven.
Ursachen für Vitaminmangel
- Unausgewogene Ernährung, Diät
- Schwangerschaft, Stillzeit
- Alter
- Krankheiten, die die Aufnahme von (fettlöslichen) Vitaminen erschweren
- Medikamente bei längerfristiger Einnahme, zum Beispiel Antibiotika, Abführmittel, Pille
- Höherer Vitaminumsatz bei Fieber, Stress, Leistungssport
- Alkohol- und Nikotingenuss
Vitaminpräparate
Selbst viel Obst und Gemüse stellen die Vitaminversorgung nicht immer ausreichend sicher. Deshalb lohnt der Griff zur Vitaminpille: Vitaminpräparate gleichen den Vitaminmangel aus und beugen so Mangelerscheinungen, zum Beispiel Infektanfälligkeit und Leistungsschwäche, vor.